Handlungsempfehlungen für eine erfolgreiche Partnerschaft zwischen Schulen und Unternehmen.
Schulen erschließen sich durch dauerhafte Partnerschaften mit Betrieben neue Möglichkeiten. Sie setzen damit Impulse für eine lebensnahe Berufswahlorientierung der Schülerinnen und Schüler und gewinnen Fachkompetenz von außen. Die Lerninhalte erhalten einen stärkeren Alltags- und Praxisbezug; die Motivation der Schülerinnen und Schüler steigt. Nicht zuletzt prägt sich durch eine Partnerschaft in der Öffentlichkeit ein modernes Schulprofil. Kurzum: Partnerschaften von Schulen mit Unternehmen und mit Wirtschaftsverbänden sind ein wirkungsvolles Instrument zur Stärkung der Qualität von Unterrichts- und Schulentwicklung.
Wenn auch Sie planen, eine dauerhafte Kooperation Ihrer Schule mit einem Betrieb, einem Verband oder einer Wirtschaftsorganisation zu begründen, bietet Ihnen die folgende Handlungshilfe eine Übersicht über die wichtigsten Punkte und Handlungsschritte, die es dabei zu beachten gilt. Sie richtet sich zunächst an Schulleiterinnen und Schulleiter. Schon zum frühestmöglichen Zeitpunkt sollten allerdings Kollegen (z.B. die Fachkonferenzvorsitzenden) in die Planung einbezogen werden. Auch ihnen soll daher die Handlungshilfe eine Orientierung bieten.
Diese Handlungshilfe sollte nicht als „Rezeptbuch“ verstanden werden, dessen Anweisungen Schritt für Schritt befolgt zu einer Partnerschaft führen. Die hier unterteilten Punkte werden sich in der Realität an vielen Stellen durchdringen. Nicht alle Punkte werden in Ihrem konkreten Fall gleichermaßen zum Tragen kommen. Auch die Reihenfolge dient vornehmlich der Klarheit der Darstellung. Dennoch bieten die angeführten Gesichtspunkte eine gute Grundlage zur Vermeidung häufig auftauchender Planungsfehler und damit für eine erfolgreiche Partnerschaft.
Was wollen Sie erreichen?
Am Anfang des Planungsprozesses sollten Sie sich Ihre Ziele bewusst machen. Fragen Sie sich beispielsweise, in welcher Richtung Sie das Profil Ihrer Schule stärken wollen und wie eine Partnerschaft mit einem Unternehmen / einer Organisation dazu beitragen kann. Dabei sollte eine Partnerschaft immer auch Ihren Möglichkeiten angepasst sein. Eine Ist-Analyse kann Ihre Planung daher ggf. ebenso erleichtern, wie eine Bedarfsanalyse: Wie sind an der Schule die räumlichen, technischen und finanziellen und personellen Möglichkeiten? Welche Voraussetzungen müssen geschaffen werden, um eine Partnerschaft erfolgreich zu gestalten. Welche Unterstützung erwarten Sie vom Unternehmen, z.B. beratende, technische und/oder finanzielle Unterstützung?
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Was für ein Betrieb passt am Besten zu Ihren Zielvorstellungen?
Wenn Sie eine Vorstellung davon haben, wie eine Partnerschaft mit einem Betrieb oder einer Organisation zu Ihrer Schulentwicklung beitragen soll, ist es nur noch ein kleiner Schritt zur Überlegung, was für einen Betrieb (Größe, Branche, Standort, Unternehmenskultur etc.) Sie als Partner unterstützen kann. Vernachlässigen Sie dabei "die Kleinen" nicht: Gerade das Profil kleiner und mittelständischer Unternehmen bietet oftmals genau die Bedingungen, Sie optimal unterstützen zu können. Bedenken Sie auch die Möglichkeit einer Partnerschaft mit mehreren kleineren Unternehmen (z.B. im Rahmen bereits bestehender Netzwerke). Gerade regionale Netzwerke vervielfachen Ihre Aktionsmöglichkeiten, indem Sie auf die Ressourcen verschiedener Betriebe zurückgreifen können. Informationen erhalten Sie bei den Beiräten Schule Berufe oder den Kammern vor Ort.
Ansprechpartner finden Sie in der Datenbank regionale Unterstützung
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Welche Betriebe gibt es in Ihrem Schulumfeld?
Je näher ein Unternehmen räumlich zur Schule liegt, um so günstiger ist es für eine Partnerschaft. Daher sollten Sie sich informieren, welche Betriebe es in Ihrer Nachbarschft gibt. Wie sind diese Betriebe zu erreichen? Was produzieren oder verkaufen sie?
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Machen Sie sich ggf. eine Liste von Unternehmen, die für Sie in Frage kommen.
Nutzen Sie dazu auch die Kontakte der Eltern an der Schule. Informieren Sie sich soweit wie möglich über die Unternehmen, z.B. im Internet. Über Adressen und Informationen verfügen Ihre regionalen Beiräte Schule und Beruf sowie regionale Wirtschaftsverbände, wie die regionalen Koordinierungsstellen zum Ausbildungskonsens.
Ansprechpartner finden Sie in der Datenbank regionale Unterstützung
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Entwickeln Sie Ideen für Aktivitäten, die Sie mit einem Partnerunternehmen umsetzen wollen.
Überlegen Sie mit den Fachkonferenzvorsitzenden, wo eine unterrichtliche Verbindung mit diesem oder jenem Unternehmen Sinn machen würde. (Kunst, Deutsch, Technik, Chemie, Physik, Erdkunde, Wirtschaftslehre, Hauswirtschaft etc.). Setzen Sie lieber auf wenige kleine Vorhaben (z.B. Unterrichtsbesuche, Unternehmen gestalten gemeinsam Schulstunden z.B. in Chemie, Physik oder Informatik, Betriebsbesichtigungen, Vorträge von Azubis und Berufserfahrene im Unterricht, unterstützende Maßnahmen zur Gründung und Funktionsweise einer Schülerfirma, Wirtschaftsplanspiele).
Eine Auswahl von Beispielen für Aktivitäten mit Unternehmen finden Sie hier...
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Bilden Sie ein Organisationsteam.
Binden Sie das Thema ins Kollegium ein und bauen Sie ein Team auf, in dem die Verantwortlichkeiten klar benannt sind und das Ansprechpartner für die Partnerschaft ist.
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Entwerfen Sie ein Konzept.
Haben Sie einige denkbare unterrichtliche Verbindungen entwickelt, dann bereiten Sie ein kleines Konzept vor, mit dem Sie an das Unternehmen herantreten können. Beide Seiten sollten von der Partnerschaft profitieren. Überlegen Sie daher auch, welchen Nutzen das Unternehmen von dieser Partnerschaft haben könnte.
Mögliche Vorteile für Unternehmen finden Sie hier...
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Wie wollen Sie die Partnerschaft in die Schulstruktur einbauen?
Sorgen Sie dafür, dass die Partnerschaft schon wegen der Nachhaltigkeit ins Schulprogramm aufgenommen wird. Hieraus entsteht eine auch von Kolleginnen und Kollegen einforderbare Verpflichtung. So schaffen Sie die Voraussetzung dafür, dass die Partnerschaft Bestandteil des schulischen Alltags wird.
Beispielauszüge aus Schulprogrammen finden Sie hier...
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Suchen Sie Beispiele und Unterstützung.
In ganz NRW gibt es mittlerweile Beispiele erfolgreicher Partnerschaften von Schulen und Betrieben. Diese können in jeder Planungsphase Ihrer Partnerschaft für Sie von Nutzen sein. Eine Vielzahl von Beispielen finden Sie in der Datenbank Partnerbetriebe im Portal "Partnerschaften Schule Wirtschaft NRW". Darüber hinaus finden Sie im Portal einen Überblick über die regionalen UNterstützungsangebote von Instituionen aus der Schulverwaltung und von Wirtschaftsverbänden. Darüber hinaus bietet das Portal einen Überblick über die Unterstützungsangebote von schulischen Institution und von Wirtschaftsverbänden (z.B. Beiräte Schule Beruf, IHK, HWK).
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Wie finden Sie regionale Netzwerke.
In allen Regionen NRWs gibt es mittlerweile Initiativen und Institutionen, die Sie beim Aufbau Ihrer Partnerschaft unterstützen, von der Beratung bis hin zur Kontaktanbahnung. Nehmen Sie mit diesen Kontakt auf. Informationen erhalten Sie auch bei den Beiräten Schule Berufe oder den Kammern vor Ort.
Einen Überblick über Netzwerke und Initiativen finden sie hier...
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Nehmen Sie Kontakt mit dem Betrieb auf
Der Erstkontakt zu einem Unternehmen sollte durch die Schulleitung erfolgen. Wenden Sie sich an die Geschäftsleitung und bitten um einen Termin, bei dem Sie Ihr Konzept vortragen. Sie können Ihre Erfolgsaussichten bereits im Vorfeld erhöhen, indem Sie Ihr Vorgehen mit dem regionalen Vertreter eines regionalen Netzwerks abstimmen.
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Konkretisieren Sie ihre Idee zusammen mit Ihrem potentiellen Partner.
Stimmen Sie mit dem Betrieb anhand von dessen Möglichkeiten ab, wie und in welcher Form Ihre Zusammenarbeit umgesetzt werden kann. Was sind die konkreten, gegenseitigen Erwartungen z.B. was Leistung und Gegenleistung oder die Intensität der Zusammenarbeit betrifft. Dabei muss noch keine Planung für eine mehrjährige Zusammenarbeit herrauskommen. Oft markiert ein kleiner Start mit einzelnen Projekten den Beginn einer langen, fruchtbaren Freundschaft.
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Die Basis der Zusammenarbeit: Der Kooperationsvertrag.
Entwerfen Sie eine erste schriftliche Vereinbarung zu der gewünschten Lernpartnerschaft, die sie dann durch die schulischen Gremien bringen, damit die Partnerschaft auch von der Schulkonferenz abgesegnet wird. Auf beiden Seiten sollten die Verantwortlichen Ansprechpartner benannt sein. Ordnen Sie Zuständigkeiten eindeutig jeweils Ihnen oder Ihrem Partner zu. Verabreden Sie konkrete Maßnahmen um Ihre Ideen umzusetzen und halten Sie diese in der Vereinbarung fest. Beraumen Sie regelmäßige Treffen und Termine an. Setzen Sie einen Revisionstermin und bringen Sie mögliche Weiterentwicklungen der Zusammenarbeit in die Vereinbarung ein. Vereinbaren Sie auch konkrete Maßnahmenschritte zur Umsetzung der Aktivitäten. Die Grundlagen der Zusammenarbeit sollten festgelegt werden, mit der Möglichkeit der Veränderung und Weiterentwicklung.
Beispiele für Kooperationsverträge finden Sie hier...
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Rühren Sie die Werbetrommel.
Wenn Sie zu einer ersten Einigung kommen, schlagen Sie immer vor, das gemeinsam mit dem Unternehmen der örtlichen Presse vorzustellen. Berichten Sie in Ihren eigenen Medien (z.B. Schülerzeitung, Webseite) über ihre Partnerschaft, ggf. auch in den internen Medien Ihres Partnerbetriebs (z.B. Mitarbeiterzeitschrift, Intranet, schwarzes Brett). Informieren Sie die Eltern (z.B. mit einem Elternrundbrief) und halten Sie sie auf dem Laufenden.
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Tauschen Sie sich mit Kollegen aus.
Im Austausch mit anderen Schulen können Sie den Gewinn aus Ihrer Partnerschaft noch vergrößern und es ist leichter, eventuellen Problemen und Schwierigkeiten zu begegnen, wenn man gegenseitig von Erfahrungen profitieren kann. Oftmals bieten hier die die regionalen Institutionen wie Beiräte Schule und Beruf, Arbeitskreise Schule-Wirtschaft, Wirtschaftsverbände und Kammern Unterstützungsmöglichkeiten.
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Ziehen Sie regelmäßig Bilanz
Eine kleine Evaluation kann erheblich zur Fortentwicklung Ihrer Paretnerschaft beitragen und ermöglicht es Ihnen, Ihre Erfahrungen optimal zu nutzen. Was haben Sie sich vorgenommen, was haben Sie erreicht? Wo besteht Verbesserungsbedarf, was kann für zukünftige Aktivitäten übernommen werden? Mögliche Kriterien sind etwa Motivation und Lernerfolg der Schüler, Auswirkungen auf den regulären Unterricht oder das Bild der Schule in ihrem Umfeld.
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Eine Kurzversion des Leitfadens zum Ausdruck finden Sie hier... (PDF, 367 KB) 
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